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Die Titel

Tradition

Königspaar:

Das Königspaar besteht aus dem Maikönig und der Maikönigin und repräsentiert die Maigesellschaft bei unsern Besuchen auf anderen Maifesten sowie unserem eigenen. Eine der durchaus nicht unangenehmen Aufgaben des Königspaars ist es, sich auf den anderen Maifesten beim dortigen Königs- und Knechtspaar für die Einladung mit einem Strauß Blumen zu bedanken. Selbstverständlich ist eine solche Straußübergabe auch immer mit einem Küsschen rechts und Küsschen links verbunden, was das Angenehme daran ist. Der Dämpfer für das ein oder andere Ehrenpaar folgt aber sofort. Denn im Anschluss an die Straußübergabe folgen die Ehrentänze. Das heißt, alle Königs- und Knechtspaare tanzen umrahmt von allen anderen Maipaaren der anwesenden Maigesellschaften einen Wiener Walzer. Als zusätzliche "Schikane" genießen es die andern Maipaare, den Kreis, in dem die Ehrenpaare ihr Tänzchen abhalten, geschickt zu verkleinern, was die Sache nicht leichter macht. Eine weitere Pflicht des Maikönigs ist es, sein "Volk" mit regelmäßigen Runden bei Laune und Stimmung zu halten. Als Entschädigung dafür darf das Königs- genau wie das Knechtspaar aber den Festumzug am Maifestsonntag in der Kutsche genießen und muss nicht wie der Rest der Maigesellschaft zu Fuß gehen. Der vorläufige Abschluss einer Regentschaft ist dann bei Würstchen und Bier der Ausklang vom Maifest im Garten des Maikönigs. Offiziell beendet ist die Amtszeit eines Maikönigs aber erst ein Jahr später mit der Übergabe der Königskette während der Krönung an seinen Nachfolger, also den neuen Maikönig.

Knechtspaar:

Das Knechtspaar besteht aus dem Maiknecht und der Maimagd. Die Aufgaben und Pflichten sind ähnlich wie die des Königspaares, so dass man die beiden auch als das zweitwichtigste Paar der Maigesellschaft bezeichnen könnte. Keinesfalls ist es so, wie die Bezeichnung "Knechtspaar" vielleicht vermuten ließe, dass diese Diener des Königspaares wären. Dieser Job, nämlich für das Königs- bzw. das Knechtspaar zu sorgen, ist anderen vorbehalten. Oftmals ist es so, dass Leute dadurch, dass sie Knecht und Magd waren, erst auf die Idee und den Geschmack gekommen sind, auch irgendwann mal das höchste Amt der Maigesellschaft, den Königs- bzw. Königinnentitel zu ersteigern. Dennoch, auch wenn der Knechtstitel immer ein wenig im Schatten des Königspaares liegt, so hat er doch auch seinen eigenen Reiz und ist genauso ein unvergessliches Erlebnis, das keiner nach vollendetem Maifest mehr missen will.

Adjutanten:


Bei den Adjutanten gibt es den ersten und den zweiten Adjutant. Die Adjutanten haben gewissermaßen eine Doppelfunktion. Zum einen sind sie Assistenten und ggf. Vertreter des Dörpremmels, zum andern haben sie sich um das Wohl des Königs- bzw. Knechtspaares zu kümmern. Hier sieht es die Tradition so vor, dass der erste Adjutant sich um das Königspaar zu kümmern hat, während der zweite Adjutant für das Knechtspaar zuständig ist. Beide haben dafür zu sorgen, dass es den jeweiligen Titelträgern an nichts fehlt. Eine typische Aufgabe wäre in diesem Zusammenhang z.B. das Besorgen "flüssiger Nahrung" für die königlichen Hoheiten bzw. das Knechtspaar. Die Aufgaben des Dörpremmels dürfen die Adjutanten nur dann übernehmen, wenn dieser, aus welchem Grund auch immer, nicht anwesend ist und seine "Macht" ausdrücklich an einen der Adjutanten abgegeben hat. Dies darf aber nicht still und heimlich erfolgen, sondern muss allen mitgeteilt werden, da ansonsten alle vom Adjutanten gemachten Striche ungültig sind. Auch darf nur jeweils einer der Adjutanten Vertreter des Dörpremmels sein, niemals beide gleichzeitig. Normalerweise ist dies der erste Adjutant, es kann aber durchaus auch mal der zweite sein. Ein Termin, bei dem der Dörpremmel grundsätzlich und ohne vorherige Ankündigung vom ersten Adjutanten vertreten wird, ist das Wecken. Hier kann der Dörpremmel ja nicht anwesend sein, da er selber geweckt wird. Also ist es Aufgabe des ersten Adjutanten, die Anwesenheit zu kontrollieren und ggf. Strafen festzulegen. Sobald der Dörpremmel aber geweckt ist, hat er ohne weiter Ankündigung wieder die "Macht" und darf seinen Pflichten nachkommen.

Dörpremmel:

Der Dörpremmel ist eigentlich der inoffizielle Chef der gesamten Maigesellschaft. Er ist es, der darauf zu achten hat, dass sämtliche Regeln und Traditionen von allen Mitgliedern der Maigesellschaft eingehalten werden. Auch ist es seine Aufgabe zu kontrollieren, ob bei gemeinsamen Treffen alle da sind, so dass es los gehen kann. Und er ist es dann auch, der die Höhe der Strafen für diejenigen festlegt, die bei einem "Regelverstoß" erwischt worden sind. Dies kann z.B. sein zu spät kommen, ganz fehlen, seine Maifrau vernachlässigen oder sie sogar ganz sitzen lassen. Seine Hauptaufgabe jedoch ist es, von der Versteigerung an darauf zu achten, dass alle Maimänner sich nur noch um ihre ersteigerten Maifrauen kümmern und die restliche Damenwelt ignorieren. Jeder Kontakt zu andern Frauen (Mütter, Schwestern und der gleichen mal ausgenommen) wird rigoros bestraft, wenn der Dörpremmel einen dabei erwischt. Der darf nämlich dann solange das Gespräch, der Tanz, der Flirt oder noch Schlimmeres andauert, bei dem Betreffenden Striche in sein Buch machen. Und jeder Strich kostet beim Abrechnen am Maifestsonntag richtig Geld: der ganz normale Maimann ist mit 0,10 DM (0,05 €) dabei, der Maiknecht mit 0,20 DM (0,10 €) und der Maikönig muss sogar 0,30 DM (0,15 €) pro Strich berappen. Da da ganz schnell eine Menge zusammen kommen kann ist es ratsam, mit dem Dörpremmel stets in Verhandlung zu treten. Manchmal hilft das. Das Geld, das der Dörpremmel damit einnimmt, gehört zur Hälfte ihm. Die andere Hälfte geht in die Maikasse und wird für die Finanzierung des nächsten Maifestes mit benutzt. Den Festumzug am Maifestsonntag erlebt der Dörpremmel traditionell hoch zu Ross. Diese für den meist doch schon leicht angeheiterten Dörpremmel nicht immer ganz einfache Art der Fortbewegung ist dennoch mit Sicherheit einer der absoluten Höhepunkt für ihn im Laufe seines Maifestes. Insbesondere das Bezwingen des Sattels stellt jemanden, dessen Reitkünste bis dato auf den heimischen Drahtesel beschränkt waren, vor fast unlösbare Probleme, die aber trotzdem jedes Jahr irgendwie und irgendwann gelöst werden können. Der anschließende Ritt durch Habbelrath entschädigt dann aber für all den Stress, den ein Dörpremmel damit hat, eine wilden Haufen wie die Maigesellschaft einen Monat lang zu bändigen.

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